Zinsen im Zaun
Die Zeichen am Wirtschaftshimmel stehen für steigende Zinsen. Die Notenbanker beginnen darüber nachzudenken, die Billionen Dollars und Euros an Konjunkturhilfen wieder einzusammeln. Zinsabsicherungen sorgen dafür, dass die Kreditkonditionen nicht in den Himmel wachsen. Derzeit sind die Zins-Caps noch billig zu haben. Von Josef Ruhaltinger
Zinsen werden steigen
In den vergangenen zwölf Monaten haben die Regierungen weltweit gigantische Konjunkturprogramme in die Welt gesetzt. Die Wirtschaftskammer Österreich spricht von 3 Billionen Euro, die von den 25 wichtigsten Exportmärkten Österreichs als Staatshilfen ausgelobt worden sind. Dies sind so gut wie alle OECD-Länder plus Brasilien, Indien, China und Russland. In Anbetracht dieser Summen geisterte die Furcht vor einer Hyperinflation und damit vor astronomischen Zinsen durch die Medien. Mittlerweile haben andere Argumente die Oberhand gewonnen. So lange die Weltwirtschaft am Boden liegt, bleibt die Inflationsgefahr nach Maßgabe der Wirtschaftsforscher theoretisch. Kritisch wird es für den Geldwert erst, wenn die Unternehmen wieder aus dem Tal herauskommen und die Konjunktur anzieht. Und dieser Zeitpunkt steht – so darf man gemäß der jüngsten Daten hoffen – unmittelbar bevor. Dann müssen die Notenbanken das viele Geld, das sie in die Märkte gepumpt haben, wieder einsammeln. Für die EZB heißt das, Kapital knapper zu machen und die Leitzinsen zu erhöhen. Kreditnehmer können davon ausgehen, dass der Weg an die alten Zinssphären genauso schnell gehen kann, wie Leitzins, Euribor und Co daraus heruntergeholt wurden. Für die Senkung von 3,75% brauchte die EZB gerade 12 Monate, der Euribor zerbröselte gleichermaßen um mehr als 5%. Eines bleibt gesichert: Das beinahe historische Tief der Leit- und Geldmarktzinsen ist nicht in Stein gemeißelt. Bereits in den frühen 1990ern waren Kreditzinsen von 8 oder 9% nichts Außergewöhnliches.




